Google-Ads-Konto erstellen — ohne sofort eine Kampagne zu starten
Der Anmeldeprozess von Google Ads schiebt Sie direkt in eine erste Kampagne — Ziel wählen, Budget festlegen, Anzeige schreiben. Wer nur das Konto braucht, etwa für Conversion-Tracking, Zugriffsrechte oder die Übergabe an eine Agentur, will das nicht. Dass es einen offiziellen Weg vorbei gibt, steht in Googles Hilfe, wird aber selten zitiert.
Erlaubt Google das überhaupt?
Ja, ausdrücklich: "Sie können aber auch ein Konto ohne Kampagne erstellen." (Google Ads-Hilfe)
Und zum Weg dorthin: "Beim Erstellen Ihres Kontos können Sie alle Empfehlungen zum Erstellen einer Kampagne überspringen." (Google Ads-Hilfe)
Es ist also kein Trick und kein Workaround, sondern der dokumentierte Normalfall. Anleitungen, die behaupten, man müsse erst eine Kampagne anlegen und sie danach pausieren, beschreiben einen Umweg, den Google nicht verlangt.
Der eigene Button im Verwaltungskonto — mit Bedingung
Wer über ein Verwaltungskonto (MCC) arbeitet, hat eine ausdrückliche Option dafür. Sie ist allerdings nicht für jeden freigeschaltet: "Werbetreibende, die die Voraussetzungen erfüllen (Gesamtausgaben von mehr als 1.000 $ und keine Verstöße gegen die Google Ads-Richtlinien), können die Option "Konto ohne Kampagne erstellen" auswählen." (Google Ads-Hilfe)
Was der Button konkret macht: "Sie richten dann nur Konto und Abrechnung ein und können die nachfolgenden Schritte (einschließlich der Kampagnenerstellung) vorerst überspringen." (Google Ads-Hilfe)
| Ausgangslage | Weg zum Konto ohne Kampagne |
|---|---|
| Kein Verwaltungskonto | Normal registrieren und die Kampagnen-Empfehlungen überspringen |
| Verwaltungskonto, unter 1.000 $ Gesamtausgaben | Ebenfalls überspringen — der Button steht noch nicht zur Verfügung |
| Verwaltungskonto, über 1.000 $ und richtlinienkonform | Option Konto ohne Kampagne erstellen im Verwaltungskonto |
Der Schwellenwert ist in Googles Dokumentation in US-Dollar angegeben, nicht in Euro — das ist beim Rechnen in DACH-Konten der übliche Stolperstein.
Warum man ein Konto überhaupt ohne Kampagne braucht
Drei Situationen, in denen das der richtige Ablauf ist:
- Tracking zuerst. Conversion-Tracking, Tag Manager und Analytics-Verknüpfung gehören eingerichtet, bevor Traffic läuft — sonst sammeln Sie Klicks ohne verwertbare Daten.
- Übergabe an eine Agentur. Das Konto gehört Ihnen, die Agentur bekommt Zugriff. Wer es selbst anlegt, behält die Kontrolle über Zugriffsrechte und Abrechnung.
- Ruhende Konten. Ein angelegtes, nicht laufendes Konto ist völlig zulässig — beachten Sie nur, dass Google Konten nach längerer Inaktivität selbst auflöst; die Frist steht im Ratgeber zur Kontoauflösung.
Was Sie stattdessen zuerst einrichten sollten
Statt einer Alibi-Kampagne lohnen sich diese Schritte:
- Zahlungsprofil und Rechnungsdaten vollständig hinterlegen — inklusive korrekter Firmierung und USt-IdNr.
- Zugriffsebenen setzen: mindestens zwei Personen mit Administratorrechten, damit das Konto nicht an einer einzigen E-Mail-Adresse hängt.
- Conversion-Tracking und Google Tag anlegen und im Vorschaumodus prüfen.
- Erst dann die erste Kampagne — mit einem Budget, das rechnerisch tragfähig ist. Die ehrliche Rechnung dazu steht im Ratgeber zu kleinen Budgets.
Wenn Sie ohnehin planen, die Betreuung abzugeben: Die Zugriffsrechte und der Unterschied zwischen Zugriff und Eigentum stehen im Ratgeber zur Kontoübertragung, der Ablauf beim Agenturwechsel im Ratgeber zum Agenturwechsel.