Auszuschließende Keywords in Google Ads — und die Varianten-Falle

Von Mohammad Danyal Shahzad · Aktualisiert am

Auszuschließende Keywords verhalten sich anders als normale: Sie greifen nicht bei ähnlichen Varianten. Wer Blumen ausschließt, blockiert nicht automatisch Blume. Jede Form, die Sie nicht wollen, muss einzeln eingetragen werden. Dazu kommt eine Grenze: Bei Suchanfragen mit mehr als 16 Wörtern greift ein Ausschluss nach dem 16. Wort nicht mehr.

Auszuschließende Keywords sind das billigste Optimierungsinstrument in Google Ads — sie kosten nichts und wirken sofort. Sie funktionieren nur nicht so, wie die meisten annehmen, und genau daraus entstehen die Streuverluste, die niemand bemerkt.

Wofür sie da sind

"Mit auszuschließenden Keywords können Sie Suchbegriffe aus Kampagnen ausschließen und sich auf die Keywords konzentrieren, die für Ihre Kunden relevant sind." (Google Ads-Hilfe)

Die Varianten-Falle

Bei normalen Keywords bezieht Google ähnliche Schreibweisen, Singular/Plural und Tippfehler automatisch ein. Bei auszuschließenden Keywords nicht: "Für solche Keywords werden keine Übereinstimmungen mit ähnlichen Varianten oder anderen Erweiterungen ermittelt." (Google Ads-Hilfe)

Das ist die wichtigste Zeile auf dieser Seite. Praktische Folge im Deutschen, wo Wortformen zahlreich sind:

Sie schließen ausBlockiertLäuft weiter
kostenloskostenloskostenlose, kostenloser, gratis, umsonst
JobsJobsJob, Stelle, Stellenangebot, Karriere
MusterMusterMusterbeispiel, Vorlage, Beispiel

Wer also nur die Grundform einträgt und den Fall für erledigt hält, zahlt weiter für die Varianten. Deshalb gehören zu jedem Ausschluss auch die Wortformen und die naheliegenden Synonyme.

Die 16-Wörter-Grenze

Eine Detailregel, die praktisch nirgends erwähnt wird: "Ihre Anzeige wird unter Umständen ausgeliefert, wenn ein Nutzer eine Suchanfrage mit mehr als 16 Wörtern stellt und das auszuschließende Keyword nach dem 16. Wort eingibt." (Google Ads-Hilfe)

Relevanz im Alltag: Bei sehr langen, gesprochenen oder KI-artigen Suchanfragen kann ein Ausschluss ins Leere laufen. Ein Grund mehr, Ausschlüsse regelmäßig anhand der echten Suchanfragen zu prüfen statt einmalig eine Liste anzulegen.

Woher die Ausschlüsse kommen sollten

Nicht aus dem Bauch, sondern aus dem Suchbegriffe-Bericht — dort steht, wofür tatsächlich bezahlt wurde. Wie man ihn liest und in Ausschlüsse übersetzt, steht im Ratgeber zum Suchbegriffe-Bericht.

Was Ausschlüsse nicht leisten

Sie machen Traffic sauberer, nicht größer. Wenn eine Kampagne gar nicht ausgeliefert wird, sind Ausschlüsse nicht die Ursache — siehe keine Impressionen. Und wenn Klicks kommen, aber niemand anfragt, liegt es eher an Anzeige und Landingpage — siehe keine Klicks.

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Mohammad Danyal Shahzad

Gründer, Digital Marketing Remote

Danyal betreut seit 2022 Google-Ads- und Meta-Ads-Kampagnen — 72 Projekte in 15 Ländern mit über 1,7 Mio. € nachweisbar generiertem Umsatz. LinkedIn